Günstiges USB-Kondensatormikrofon mit Tischstativ — der Einstieg in besseren Sound für unter 45 €
Das Trust GXT 256 Exxo richtet sich an alle, die ihren Sound verbessern möchten, ohne viel Geld auszugeben. Für unter 45 € bekommt man ein USB-Kondensatormikrofon mit Tischstativ, das eine deutliche Verbesserung gegenüber integrierten Laptop-Mikrofonen oder billigen Headsets verspricht. In unserem Test prüfen wir, ob das Trust GXT 256 Exxo seinen günstigen Preis mit akzeptabler Qualität rechtfertigt — oder ob man lieber ein paar Euro mehr investieren sollte.
Trust ist ein niederländischer Hersteller, der seit Jahrzehnten für bezahlbare PC-Peripherie bekannt ist. Die GXT-Serie (Gaming Trust eXpert) umfasst Gaming-Peripherie für den preisbewussten Spieler. Das Exxo ist das aktuelle USB-Mikrofon der Reihe und konkurriert direkt mit dem Fifine K688 (50 €) und dem Marantz MPM-1000U (60 €) im Budget-Segment.
Im Karton befinden sich das Mikrofon, ein abnehmbares USB-Kabel (USB-A, ca. 1,8 m lang), ein Tischstativ mit Dreibein-Fuß und eine Kurzanleitung. Ein Pop-Filter oder eine Schockhalterung sind nicht enthalten — für den Preis ist das aber auch nicht zu erwarten. Das Fifine K688 bringt für nur 5 € mehr beides mit, was das Trust in diesem Punkt alt aussehen lässt.
Der erste Eindruck ist gemischt: Das Mikrofon sieht mit seiner mattschwarzen Oberfläche ansprechend aus, fühlt sich aber deutlich leichter und weniger wertig an als die Konkurrenz. Das Gehäuse besteht überwiegend aus Kunststoff, was bei 45 € aber vertretbar ist. Das Tischstativ ist funktional, wackelt aber bei Berührung des Schreibtisches merklich — ein bekanntes Problem bei günstigen Mikrofon-Stativen.
Das Trust GXT 256 Exxo hat ein schlankes, zylindrisches Design mit einem Metallgitter an der Oberseite und einem Kunststoffkorpus. Das Mikrofon wiegt nur 260 Gramm — deutlich leichter als die meisten Konkurrenten, was sowohl Vor- als auch Nachteile hat. Es ist leicht zu transportieren, fühlt sich aber weniger robust an.
An der Vorderseite befindet sich ein Mute-Button mit LED-Indikator (rot bei Mute) und ein Drehregler für die Kopfhörerlautstärke. Die Bedienelemente sind einfach, aber funktional — mehr kann man in dieser Preisklasse nicht erwarten. Der 3,5-mm-Kopfhöreranschluss sitzt an der Unterseite des Mikrofons und ermöglicht direktes Monitoring.
Das beiliegende Tischstativ besteht aus Kunststoff und Metall. Es ist ausreichend stabil für das leichte Mikrofon, überträgt aber Schreibtischvibrationen direkt ans Mikrofon. Wer tippt, klickt oder den Schreibtisch berührt, hört das in der Aufnahme. Ein separater Mikrofonarm oder zumindest eine Schockhalterung ist empfehlenswert — auch wenn das den Gesamtpreis erhöht.
Die Verarbeitungsqualität ist dem Preis angemessen: Nichts fühlt sich kaputt an, aber die Spaltmaße sind nicht perfekt und das Kunststoffgehäuse knarzt leicht bei Druck. Im Vergleich zum preislich ähnlichen Fifine K688 fällt die Verarbeitung etwas ab — das Fifine fühlt sich durch sein Metallgehäuse deutlich wertiger an.
Das Trust GXT 256 Exxo nutzt eine Kondensatorkapsel mit Nieren-Richtcharakteristik und einer Abtastrate von 48 kHz bei 16 Bit. Die 16 Bit sind ein Nachteil gegenüber Mikrofonen mit 24 Bit, da der Dynamikumfang kleiner ist — in der Praxis macht das für reine Sprache aber keinen dramatischen Unterschied.
Der Klang des Exxo ist akzeptabel, aber nicht herausragend. Stimmen klingen klar und verständlich, haben aber eine leichte Dünne im Mittenbereich. Im Vergleich zum Fifine K688 fehlt dem Exxo die Wärme und Fülle im unteren Frequenzbereich. Die Höhen sind ordentlich aufgelöst, können bei höheren Gain-Stufen aber etwas scharf klingen — hier hilft ein leichter High-Cut in der Nachbearbeitung.
Das Rauschverhalten ist der größte Schwachpunkt des GXT 256 Exxo. Als Kondensatormikrofon ist es empfindlich gegenüber Umgebungsgeräuschen, und das Eigenrauschen liegt über dem Niveau der teureren Konkurrenz. In einer sehr ruhigen Umgebung ist das akzeptabel, in einem normalen Wohnzimmer oder Büro fängt das Exxo aber Hintergrundgeräusche ein, die das Fifine K688 (dynamisch) nicht aufnehmen würde.
Positiv ist, dass das Mikrofon für Videokonferenzen und Voice-Chat völlig ausreichend ist. Gegenüber einem Laptop-Mikrofon oder einem billigen Headset ist der Qualitätssprung enorm. Für Zoom, Teams, Discord und ähnliche Anwendungen liefert das Exxo einen deutlich besseren Sound als integrierte Lösungen. Wer aber professionelle Aufnahmen oder Streaming anstrebt, sollte mehr investieren.
Im direkten Vergleich mit dem Marantz MPM-1000U (60 €) klingt das Exxo etwas dünner und rauscht merklich mehr. Die 15 € Preisunterschied lohnen sich für die bessere Klangqualität des Marantz. Aber: Gegenüber einem 10-Euro-Headset-Mikrofon ist das Trust GXT 256 Exxo ein gewaltiger Schritt nach vorne.
Die Einrichtung des Trust GXT 256 Exxo könnte einfacher nicht sein: USB-Kabel anschließen, Windows oder macOS erkennt das Mikrofon automatisch — fertig. Keine Software, kein Treiber, kein Setup. Das ist ein echtes Plus für Einsteiger, die sich nicht mit komplizierten Konfigurationen herumschlagen möchten.
Die Bedienung am Mikrofon beschränkt sich auf den Mute-Button und den Kopfhörer-Lautstärkeregler. Einen Gain-Regler gibt es nicht — die Eingangsempfindlichkeit wird über die Windows-Soundeinstellungen oder die jeweilige Software gesteuert. Das ist weniger komfortabel als ein physischer Regler, für ein Budget-Mikrofon aber akzeptabel.
Im Gaming-Einsatz mit Discord und TeamSpeak macht das Exxo eine ordentliche Figur. Die Stimme ist klar und verständlich, und der Mute-Button ermöglicht schnelles Stummschalten. Mitspieler berichten von einem spürbar besseren Sound als bei Headset-Mikrofonen. Für kompetitives Gaming ist das Exxo eine einfache und günstige Upgrade-Option.
Für Videokonferenzen in Zoom, Teams und Google Meet ist das Exxo ebenfalls gut geeignet. Die Sprachverständlichkeit ist hoch, und Kollegen bemerken den Qualitätsunterschied gegenüber dem Laptop-Mikrofon sofort. Der Kopfhöreranschluss mit direktem Monitoring ist hier ein netter Bonus.
Für Streaming und Podcasts ist das Trust GXT 256 Exxo hingegen nur bedingt empfehlenswert. Das höhere Grundrauschen und die fehlende Software für DSP-Effekte limitieren die Aufnahmequalität. Hier sind das Fifine K688 oder das Rode PodMic USB die bessere Wahl. Es gibt keine begleitende Software von Trust — alle Einstellungen müssen über Windows oder externe Programme vorgenommen werden, was die 6.0 in der Kategorie Software erklärt.
| Mikrofontyp | Kondensator |
|---|---|
| Richtcharakteristik | Niere (Cardioid) |
| Frequenzgang | 30 Hz – 18 kHz |
| Abtastrate | 48 kHz |
| Bittiefe | 16 Bit |
| Anschluss | USB-A |
| Kopfhörerausgang | 3,5 mm Klinke |
| Gewicht | 260 g |
| Besonderheiten | Mute-Button mit LED, Kopfhörer-Monitoring, Tischstativ inklusive |
| Lieferumfang | Mikrofon, USB-A-Kabel, Tischstativ, Kurzanleitung |
Das Trust GXT 256 Exxo ist die richtige Wahl für absolute Einsteiger mit minimalem Budget, die ihren Sound gegenüber einem Laptop-Mikrofon oder billigen Headset verbessern möchten. Für Voice-Chat in Discord, Videokonferenzen in Zoom und gelegentliches Gaming liefert es eine spürbar bessere Audioqualität als integrierte Lösungen.
Nicht empfehlenswert ist das Exxo für Streaming, Podcasting oder professionelle Aufnahmen. Hier fehlt es an Klangqualität, Rauschverhalten und Software-Unterstützung. Wer nur 5 € mehr investiert, bekommt mit dem Fifine K688 ein deutlich besseres Mikrofon mit USB und XLR, Schockhalterung und Pop-Filter. Wer bereit ist, 60 € auszugeben, sollte sich das Marantz MPM-1000U ansehen.
Das Trust GXT 256 Exxo erreicht eine Gesamtwertung von 7.2/10. Es ist ein solider Budget-Einstieg, der für seinen Preis eine akzeptable Leistung bietet — aber die Konkurrenz im gleichen Preissegment ist stark, und wenige Euro mehr machen einen spürbaren Unterschied.